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Vergleich der Steuerberaterkosten in Nordrhein-Westfalen und Bayern
Steuerberaterkosten Vergleich: Was Buchhaltung in NRW und Bayern kostet, wie die StBVV die Honorare rahmt und wann ein Pauschalhonorar günstiger ist.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Steuerberaterkosten Vergleich zwischen Nordrhein-Westfalen und Bayern zeigt: Die Steuerberatervergütungsverordnung setzt den Rahmen, regionale Praktikerhonorare weichen davon ab.
- In NRW liegen die Stundensätze in Ballungsräumen wie Köln und Düsseldorf häufig über denen im ländlichen Münsterland oder Sauerland.
- In Bayern reicht die Spanne von günstigen Kanzleien im Bayerischen Wald bis zu Spitzenwerten in München.
- Betriebsgröße, Branche und Belegvolumen verschieben das Honorar stärker als das Bundesland.
- Ein Pauschalhonorar lohnt sich vor allem bei gleichbleibendem Buchungsaufwand und vielen Belegen.
- Wer Angebote vergleicht, sollte immer fragen, ob nach Verordnung, nach Zeitaufwand oder pauschal abgerechnet wird.
Steuerberatervergütungsverordnung als Grundlage der Honorarberechnung
Die Steuerberatervergütungsverordnung, kurz StBVV, regelt, wie ein Steuerberater seine Vergütung berechnen darf. Sie ist keine Preisliste im engeren Sinn, sondern ein Rahmen mit Gebührenrahmen, Mindest- und Höchstsätzen. Wer die Verordnung in ihrer amtlichen Fassung nachlesen will, findet sie in der Gesetzessammlung des Bundes, die über Gesetze im Internet gebündelt ist.
Für die Buchhaltung ist der einschlägige Abschnitt die laufende Buchführung. Die Verordnung sieht dort Gebühren vor, die sich an der Anzahl der gebuchten Belege orientieren. Der Steuerberater darf innerhalb eines Rahmens bleiben, muss aber die Tätigkeit nachvollziehbar abgrenzen. Werden mehrere Leistungen kombiniert, etwa Buchhaltung und Lohn, sind die Gebühren getrennt zu berechnen.
Den rechtlichen Rahmen für die gesamte Berufsausübung bildet das Steuerberatungsgesetz. Es regelt unter anderem, wer zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen befugt ist und welche Pflichten Kanzleien treffen. Die entsprechende Übersicht führt das Gesetzesportal des Bundes, das Gesetze und Verordnungen in der Teilliste R zusammenstellt, die unter Gesetze im Internet - Gesetze / Verordnungen - Teilliste abrufbar ist.
Wichtig für kleine Unternehmen: Die StBVV ist nicht zwingend. Steuerberater und Mandant können eine abweichende Vergütung schriftlich vereinbaren. Genau das ist der Grund, warum identische Buchhaltungsleistungen in Köln und in Nürnberg unterschiedlich teuer sein können. Ohne Vereinbarung gilt die Verordnung als Auffangregel.
Für die Praxis heißt das: Wer ein Angebot erhält, sollte prüfen, ob es auf die StBVV verweist oder auf eine freie Honorarvereinbarung. Beide Wege sind zulässig, führen aber zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Was die Verordnung ausdrücklich regelt
- Gebührenrahmen für laufende Buchführung nach Belegzahl
- Mindest- und Höchstbeträge je Buchungsvorgang
- Auslagenersatz und Umsatzsteuer
- Abrechnung mehrerer getrennter Leistungen
Honorare für Buchhaltungsleistungen in nordrhein-westfälischen Städten
Nordrhein-Westfalen ist wirtschaftlich zweigeteilt. Im Rheinland und im Ruhrgebiet sitzen viele Kanzleien mit hoher Auslastung, im Münsterland und in Ostwestfalen ist der Wettbewerb entspannter. Das schlägt sich in den Honoraren nieder.
In Köln und Düsseldorf liegen die Stundensätze für Buchhaltungsleistungen häufig zwischen 80 und 130 Euro. Kanzleien in diesen Städten betreuen oft mittelständische Mandanten mit hohen Belegzahlen und erwarten eine digitale Buchführung nach den GoBD. Wer dort neu anfragt, bekommt selten einen Einstiegstarif.
Im Ruhrgebiet, etwa in Essen, Dortmund oder Bochum, sind die Sätze etwas niedriger. Dort finden sich häufiger Kanzleien, die auf Handwerksbetriebe und kleine Dienstleister spezialisiert sind. Für eine Buchhaltung mit 200 Belegen pro Monat sind dort Monatspauschalen zwischen 150 und 300 Euro üblich.
Im Münsterland und in Ostwestfalen, etwa in Bielefeld oder Paderborn, sinken die Sätze weiter. Kanzleien in kleineren Städten arbeiten häufiger mit Pauschalhonoraren und betreuen Mandanten über Jahre. Der Preisunterschied zu den Ballungsräumen kann 30 bis 40 Prozent betragen.
Ein wichtiger Faktor in ganz NRW ist die Nähe zu DATEV. Viele Kanzleien arbeiten mit der Software der Genossenschaft und rechnen den Aufwand über die Belegzahl ab. Wer seine Belege digital und strukturiert liefert, senkt den Aufwand und damit das Honorar.
Typische Monatspreise für Buchhaltung in NRW
Show the numbers
| Köln | 200 |
|---|---|
| Düsseldorf | 200 |
| Essen | 200 |
| Bielefeld | 200 |
| Münster | 200 |
Die Werte sind Erfahrungsspannen aus Kanzleiangeboten und keine amtlichen Sätze. Sie schwanken je nach Branche und Digitalisierungsgrad.
Honorare für Buchhaltungsleistungen in bayerischen Städten
Bayern ist ähnlich gespalten wie NRW, nur mit anderer Geografie. München ist der teuerste Standort in ganz Deutschland, während Oberfranken und die Oberpfalz deutlich günstiger sind.
In München liegen die Stundensätze für Buchhaltung häufig zwischen 100 und 160 Euro. Kanzleien in der Landeshauptstadt haben hohe Miet- und Personalkosten, die sie an Mandanten weitergeben. Kleine Unternehmen mit wenigen Belegen zahlen dort oft mehr als in jeder anderen deutschen Großstadt.
In Nürnberg, Augsburg und Regensburg sind die Sätze moderater. Dort liegen die Monatspauschalen für 200 Belege häufig zwischen 170 und 280 Euro. Die Städte haben eine breite mittelständische Wirtschaft, entsprechend viele Kanzleien konkurrieren um Mandate.
In ländlichen Regionen, etwa in Niederbayern oder im Bayerischen Wald, sinken die Preise weiter. Kanzleien in kleineren Orten arbeiten häufig mit festen Jahrespauschalen und betreuen Handwerksbetriebe, Landwirte und Gastronomie. Für 200 Belege im Monat sind dort 130 bis 220 Euro möglich.
Ein bayerisches Besonderes ist die starke Stellung der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern. Viele Kanzleien sind über Kammernetzwerke verbunden und empfehlen sich gegenseitig. Wer über die IHK oder HWK einen Kontakt bekommt, landet häufiger bei einer Kanzlei mit passender Branchenerfahrung.
Typische Monatspreise für Buchhaltung in Bayern
Show the numbers
| München | 200 |
|---|---|
| Nürnberg | 200 |
| Augsburg | 200 |
| Regensburg | 200 |
| Passau | 200 |
Auch diese Werte sind Erfahrungsspannen, keine amtlichen Zahlen. Sie dienen als Orientierung für Verhandlungen.
Einflussfaktoren: Betriebsgröße, Branche und Belegvolumen
Das Bundesland erklärt nur einen Teil des Honorars. Die größeren Hebel liegen im Betrieb selbst. Wer diese Faktoren kennt, kann Angebote besser einordnen.
Die Betriebsgröße bestimmt den Grundaufwand. Ein Einzelunternehmer mit 50 Belegen im Monat braucht andere Leistungen als eine GmbH mit 800 Belegen, Lohnbuchhaltung und Umsatzsteuervoranmeldung. Mit jeder zusätzlichen Leistung steigt der Aufwand, und die StBVV sieht dafür getrennte Gebühren vor.
Die Branche entscheidet über die Komplexität. Gastronomie und Handel haben viele Kleinbelege und Kassenbuchungen. Bau und Handwerk arbeiten mit Nachunternehmern, Reverse-Charge und Bauabzugsteuer. Heilberufe und Freiberufler haben häufig weniger Belege, aber spezielle steuerliche Fragen. Kanzleien mit Branchenerfahrung rechnen schneller ab und verlangen deshalb oft weniger.
Das Belegvolumen ist der direkteste Kostentreiber. Die StBVV knüpft die Gebühr an die Anzahl der Buchungsvorgänge. Wer seine Belege digital, vollständig und kontiert liefert, reduziert den Aufwand. Wer Papierbelege in Kartons abgibt, zahlt den Sortieraufwand mit.
Weitere Faktoren sind die Rechtsform, die Zahl der Bankkonten, die Häufigkeit der Umsatzsteuervoranmeldung und die Frage, ob eine E-Bilanz erstellt werden muss. Auch die Umstellung auf ELSTER und die Anforderungen der GoBD an die elektronische Buchführung erhöhen den Beratungsbedarf.
Beispiel: Zwei Betriebe, gleiche Stadt, unterschiedliches Honorar
Ein Elektrohandwerksbetrieb in Dortmund mit sechs Mitarbeitern, 250 Belegen im Monat und monatlicher Umsatzsteuervoranmeldung zahlt 260 Euro netto monatlich. Die Belege kommen digital aus einer Handwerkersoftware, die Kanzlei muss kaum nacharbeiten.
Ein Gastronomiebetrieb in derselben Stadt mit vier Mitarbeitern, 600 Belegen im Monat und täglichen Kassenabschlüssen zahlt 520 Euro netto monatlich. Die Belege kommen als Papierausdrucke, die Kanzlei kontiert und sortiert selbst.
Der Unterschied liegt nicht am Standort, sondern am Aufwand. Wer sein Belegwesen ordnet, verhandelt aus einer stärkeren Position.
Vergleich der Steuerberaterkosten Nordrhein-Westfalen und Bayern
Im direkten Vergleich sind die Honorare in Bayern im Durchschnitt etwas höher als in Nordrhein-Westfalen. Der Grund liegt weniger in der Verordnung als in der Wirtschaftsstruktur. München zieht die bayerischen Durchschnittswerte nach oben, während NRW mit vielen mittelgroßen Städten ein breiteres und günstigeres Angebot hat.
Für eine Buchhaltung mit 200 Belegen im Monat zahlen kleine Unternehmen in NRW im Schnitt 150 bis 350 Euro netto. In Bayern liegt die Spanne bei 140 bis 420 Euro. Die Schnittmenge ist groß, die Extreme liegen in München und in den ländlichen Regionen beider Länder.
Wer nur nach dem Bundesland entscheidet, greift zu kurz. Ein Handwerksbetrieb in Passau zahlt weniger als ein vergleichbarer Betrieb in Köln. Ein Münchner Start-up zahlt mehr als ein Düsseldorfer Start-up. Der Standort innerhalb des Landes ist wichtiger als das Land selbst.
Ein zweiter Unterschied liegt in der Kanzleidichte. NRW hat viele Kanzleien und damit mehr Wettbewerb. Bayern hat in ländlichen Regionen teils wenige Kanzleien, was die Verhandlungsposition der Mandanten schwächt. Wer in einer Region mit wenigen Anbietern sitzt, sollte frühzeitig Angebote einholen.
Für aktuelle Entwicklungen bei Steuerrecht und Fristen lohnt ein Blick in die Meldungen des DIHK zum Mittelstand, die unter Steuern Finanzen Mittelstand erscheinen. Wer die Themenfelder des DIHK zu Steuern und Finanzen verfolgt, erkennt früh, wenn sich Abgabepflichten ändern und der Aufwand steigt.
Wo die Unterschiede am größten sind
- München gegen Bielefeld: bis zu 80 Prozent Differenz bei gleicher Belegzahl
- Düsseldorf gegen Passau: bis zu 50 Prozent Differenz
- Nürnberg gegen Essen: nur 10 bis 20 Prozent Differenz
Wann sich ein Pauschalhonorar gegenüber Abrechnung nach Verordnung lohnt
Ein Pauschalhonorar ist eine feste monatliche Vergütung, unabhängig von der tatsächlichen Belegzahl. Es schützt vor Nachforderungen und macht die Kosten planbar. Ob es günstiger ist, hängt vom Verhältnis zwischen vereinbarter Pauschale und dem Aufwand nach StBVV ab.
Ein Pauschalhonorar lohnt sich, wenn der Buchungsaufwand über das Jahr gleichmäßig bleibt. Ein Handwerksbetrieb mit konstanten Aufträgen und wenigen Saisonspitzen fährt damit gut. Auch Betriebe mit vielen gleichartigen Belegen profitieren, weil der Stückaufwand sinkt.
Die Abrechnung nach Verordnung lohnt sich, wenn der Aufwand stark schwankt. Ein Betrieb mit saisonalen Spitzen, etwa Gastronomie oder Einzelhandel, zahlt nach Verordnung in ruhigen Monaten weniger. Auch bei unklarer Belegentwicklung ist die Verordnung die flexiblere Wahl.
Vor dem Wechsel sollte man drei Fragen klären: Wie hoch ist die Pauschale im Verhältnis zum bisherigen Jahresdurchschnitt? Welche Leistungen sind enthalten, und welche werden extra berechnet? Was passiert, wenn die Belegzahl deutlich steigt?
Wer ein Pauschalangebot erhält, sollte es gegen die Abrechnung nach Verordnung rechnen. Ein Blick in die StBVV hilft, den Rahmen einzuschätzen. Für die Einordnung des eigenen Betriebs liefern die Statistiken des Statistischen Bundesamts zu Unternehmensgrößen und Branchen eine nützliche Grundlage.
Checkliste für das Erstgespräch
- Abrechnungsart klären: StBVV, Zeitaufwand oder Pauschale
- Belegvolumen der letzten zwölf Monate mitbringen
- Enthaltene Leistungen schriftlich festhalten
- Zusatzleistungen wie Lohn, Jahresabschluss, E-Bilanz erfragen
- Kündigungsfristen und Anpassungsklauseln prüfen
- Referenzen aus der eigenen Branche verlangen
Häufige Fragen
Was kostet ein Steuerberater in NRW im Monat? Für eine Buchhaltung mit rund 200 Belegen liegen die Monatspauschalen in NRW meist zwischen 150 und 350 Euro netto. In Köln und Düsseldorf sind die Sätze höher, in Bielefeld und im Münsterland niedriger.
Ist ein Steuerberater in Bayern teurer als in NRW? Im Durchschnitt ja, vor allem wegen München. In Nürnberg, Augsburg oder Passau liegen die Preise aber auf dem Niveau vergleichbarer NRW-Städte.
Gilt die Steuerberatervergütungsverordnung immer? Nein. Steuerberater und Mandant können eine abweichende Vergütung schriftlich vereinbaren. Ohne Vereinbarung gilt die Verordnung als Auffangregel.
Was treibt die Steuerberaterkosten am stärksten? Belegvolumen, Branche und Digitalisierungsgrad. Wer Belege digital und vollständig liefert, senkt den Aufwand und damit das Honorar.
Wann ist ein Pauschalhonorar sinnvoll? Bei gleichmäßigem Buchungsaufwand über das Jahr. Bei stark schwankenden Belegzahlen ist die Abrechnung nach Verordnung meist günstiger.
Wie viele Angebote sollte ich einholen? Mindestens drei, möglichst aus der eigenen Branche. So erkennen Sie, ob ein Angebot im regionalen Rahmen liegt.